Baumwollfeld

Baumwolle, ein Malvengewächs

Die Baumwollpflanze ist eine Gattung innerhalb der Familie der Malvengewächse. Es gibt etwa 20 – 51 Arten.

Baumwolle ist eine sehr alte Kulturpflanze. Sie wurde vermutlich von 4 verschiedenen Völker gezüchtet. 2x in Amerika, 1x in Asien und 1x in Afrika.

Die Baumwollpflanze

Der Name *Baumwolle* kommt von den Büscheln langer Fasern in den Früchten der Pflanze, diese ermöglichen die Ausbreitung über der Samen über große Flächen. Die Blüte (Kapsel) enthält ca. 30 Samen mit 2000 – 7000 Samenhaaren. Die Frucht öffnet sich bei Reife, so sieht man die weißen Samenhaare. Die Pflanze ist aber kein Baum, sondern ein sehr hoher Strauch – bis zu 6m.

Die Blüten wachsen an den Seiten des Haupttriebes. Die unterschiedlichen Arten wachsen als Krautpflanzen oder Sträucher. Die Teile, die über der Erde wachsen sind mit kleinen dunklen Drüsen punktiert. Die Blüten stehen einzeln. Die Samen sind giftig, sie enthalten Gossypol.

Baumwolle Kapsel
Baumwolle Kapsel
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Baumwolle Kapsel

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Die Fasern bestehen aus Zellulose und zeigen einen nierenförmigen Querschnitt unter dem Mikroskop, mit kleinen Wachstumsringen. Sie ist in sich verdreht mit einem kleinen Hohlraum in der Mitte.

Gattungen der Baumwolle

Die Baumwollpflanze wurde einer Gattung untergeordnet, den Namen Gossypium erhielt sie 1753 durch Carl von Linné.

Die Gattung Gossypium wird in vier Untergattungen, sieben Sektionen und Untersektionen gegliedert.

Es gibt viele verschiedene Wildarten, aber für den industriellen Anbau sind nur die Kulturbaumwollarten von Bedeutung. 2 Arten aus der alten Welt, 2 aus der neuen. Die beiden letzten Arten haben sich in vorgeschichtlicher Zeit über den Ozean verbreitet und sind natürlich in der *neuen* Welt entstanden.

In der Textilindustrie und -verarbeitung unterscheidet man die Baumwolle zuerst nach ihrer Faserlänge. Danach spielen auch Geruch, Farbe und Reinheit eine Rolle. Je länger eine Baumwollfaser, desto hochwertiger ist sie.

Nach der Faserlänge sind die 4 Arten in Kategorien eingeteilt.

Die beste Qualität liefert mit einer Faserlänge von über 32 Millimetern Gossypium barbadense – Ägyptische Giza (Mako)-Baumwolle, peruanische Pima-Baumwolle und Sea-Island-Baumwolle-, die etwa 8 % der Weltproduktion ausmacht.

Es folgen mit einer Faserlänge von 25 bis 30 Millimetern und einem Anteil von 90 % Gossypium hirsutum und Gossypium arboreum und Gossypium herbaceum, die eine kurze und grobe Faser (< 25 mm) liefern und etwa 2 % der Welterzeugung ausmachen.

Baumwolle Strauch
Baumwolle Strauch

Verbreitung der Baumwolle

Baumwolle wird seit Jahrtausenden zur Herstellung von leichter Kleidung verwendet. In Indien, Nordafrika, Südamerika und dem nahen Osten wurden Reste gefunden, die teils bis auf 6000 v.Chr. datiert werden konnten.

Im Mittelalter wurden Anbau und Verarbeitung durch die Araber über Spanien und Italien in Europa eingeführt.

Um 1600 war Baumwolle in Europa ein Luxusgut, das nicht weniger als Seide geschätzt wurde. Grund des hohen Wertes war der hohe Arbeitseinsatz bei der Verarbeitung.

Arbeitsintensiv waren vor allem das Entfernen der Samenkapseln und das mühselige Kardieren der im Vergleich zu Wolle und Seide sehr kurzen Fasern. Vor 1750 waren englische Spinner nicht in der Lage, Baumwollfäden zu spinnen, die ausreichend fest genug waren, um reine Baumwollgewebe herzustellen. Reines Baumwollgewebe wurden nur in Indien hergestellt.

Bereits Ende des 14. Jahrhunderts zog die Republik Venedig das Handelsmonopol für  Baumwolle an sich und behielt es bis ins 17. Jahrhundert. Zugleich nahm nördlich der Alpen die Baumwollverarbeitung stark zu. Mittelpunkt war Augsburg, das fast alle europäischen Märkte mit seinen Barchenten versorgte.

Ihre Stellung als wichtigster Faserlieferant erlangte die Baumwolle mit der Erfindung von Spinnmaschinen zur Verarbeitung im 18. Jahrhundert. Dadurch und durch die Sklavenarbeit in Nordamerika sanken die Preise für Baumwolle und wurden auch für einfache Leute bezahlbar.

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Anbau von Baumwolle

Die Baumwolle ist von Natur ausdauernd, wird aber einjährig kultiviert. Als Kulturpflanze belässt man sie in der Regel nur für ein Jahr auf dem Feld, um den höchsten Ernteertrag zu erzielen.

Nach der Ernte bzw. nach einer Frostperiode werden die Pflanzen zur Gründüngung in den Boden eingearbeitet. In brennstoffarmen Regionen dienen die abgestorbenen, trockenen Pflanzenteile auch als Brennmaterial.

Die Aussaat findet abhängig vom Standort zwischen Februar und Juni statt. Die Ernte erfolgt zwischen Oktober und Februar. Zwischen Aussaat und Ernte liegen rund acht bis neun Monate. Da die Baumwolle oft ungleichmäßig reift, wird mehrmals geerntet.

Große Flächen werden maschinell abgeerntet, bei kleinen Anbaufeldern und in weniger entwickelten Staaten erfolgt die Ernte meist mit der Hand.

Handgeerntete Baumwolle ist bezüglich Reife und Schmutzgehalt fast immer von höherer Qualität als maschinell geerntete. Das liegt daran, dass Maschinen auch unreife und überreife Kapseln erfassen, während per Hand nur die reifen Faserbüschel ausgezupft werden.

Problematisch für die Ernte ist die lang dauernde Blütezeit, weil dadurch auch die Kapseln über einen Zeitraum von mehreren Wochen versetzt reifen. Überreife Baumwolle ist genauso wie unreife qualitativ minderwertig.

Baumwolle gedeiht gut auf schweren Böden. Sie ist bezüglich des Nährstoffgehaltes nicht sehr anspruchsvoll. Wichtig ist eine ausreichende Wasserversorgung. In trockeneren Gebieten sind die Baumwollkulturen deshalb von künstlicheBewässerung abhängig.

Heute wird Baumwolle auf allen fünf Kontinenten angebaut.

Baumwollekapsel
Baumwollkapsel

Eigenschaften von Baumwolle

Baumwolle ist sehr saugfähig, knittert aber ziemlich stark. Das ist bei allen Fasern aus Zellulose so. Ausrüstungen mit Kunstharzen- oder fasern verhindern das starke Knittern. Sind Gewebe aus Baumwolle einmal nass geworden, trocknen sie nur langsam, werden aber reißfester.

Baumwolle hat eine hohe Schmutz- und Ölaufnahmefähigkeit, kann diese  aber auch wieder abgeben. Stoffe aus Baumwolle sind hautfreundlich (sie „kratzen“ nicht) und haben ein äußerst geringes Allergiepotential. Diese Eigenschaften machen sie für die Textilindustrie interessant.

Die molekulare Struktur der Baumwolle ist widerstandsfähig gegen Hitze und Laugen. Auch bei starker Benutzung und häufiger Reinigung ist sie besonders langlebig.

Sie findet Anwendung in Bereichen starker chemischer und physischer Beanspruchung durch Abrieb, Zuglasten oder die Aussetzung von Salzen und Laugen, so zum Beispiel in der Verarbeitung zu Fischernetzen, Segeltuch, Reinigungstextilien, Arbeits- und Berufsbekleidung und der Tisch- und Bettwäsche im Gastgewerbe.

Der Rohstoff Baumwolle kann durch zahlreiche Arbeitsschritte so hoch veredelt werden, dass er eine seidengleiche Beschaffenheit erreicht, trotzdem jedoch weiterhin seine vielen anderen positiven Eigenschaften behält.

Am meisten wird Baumwolle in der Textilindustrie und dem Handwerk verwendet. Sie ist die am meisten verwendete Naturfaser für Bekleidung und Heimtextilien.

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Außer in der Textilindustrie findet Baumwolle auch in anderen Bereichen Verwendung, z.B. als Verbandsmaterial in der Medizin, Kosmetik und Watte oder Wattestäbchen.

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